Die Sache mit dem Irgendwas

Dozent Detlef Kühn über die Zauberwirkung von journalistischen Regeln

Junge Leute sind ja heutzutage cool drauf. Das registriere ich voll Neid. Hobbymäßig geht der Trend – vor allem bei den Mädchen – ganz klar zum Shoppen. Und beruflich bei Jungs und Mädels gleichermaßen Richtung Medien. Wobei sie sich durch ein cleveres „Irgendwas mit” alle Optionen offen halten. Vom eigenen süßen Katzen-Video bei YouTube oder einem eigenen Mittelerde-Blog bis hin zum Cover-Girl der Vogue oder zum Nachfolger von Marcus Lanz bei „Wetten, dass..?“. Falls die Show relauncht wird.

Aber kaum schnüffelt die Irgendwas-Jugend dann in die Welt der Medien hinein, wird sie zu ihrer großen Überraschung mit einer archaischen Medienexistenz konfrontiert, die ihnen noch unbekannt ist. Oder die sie für ausgestorben hielt: mit dem Journalismus. Mein Gott, es gibt noch Zeitungen! Da machen Leute nicht irgendwas, sondern arbeiten mit einem speziellen Know-how! Krass. Und auch online werden – noch – Texte präsentiert, die nach strengen Regeln recherchiert und geschrieben wurden. Hammer! 

Manche werden dann neugierig, googeln das Wort Journalismus  und beamen sich auf die Seite vom Medienbüro. Dort lesen sie, dass man Journalismus lernen kann. Toll! Doch dann folgt die ganze Wahrheit – und die ist bitter: Man  m u s s  Journalismus lernen. Immer diese Zwänge! Dann Aufatmen. Ein Journalist namens Detlef Kühn verspricht: „Journalismus macht Spaß.“ Okay, dann kann man sich ja mal einen Kurs reinziehen. 

Ja, es stimmt. Bislang hatten Journalisten bei ihrer stressigen Arbeit Freude. Zumindest jene, die im richtigen Medium und in der richtigen Redaktion gelandet sind. Der eine schreibt eben lieber Nachrichten und Berichte, der andere Porträts und Reportagen. Sogar schon bei den Kursen im Medienbüro kann man Spaß haben: am Entdecken und Ausprobieren. 

Meine Seminare sind ja von einer schweißtreibenden alten Weisheit geprägt: Der Journalist soll sich quälen, nicht der Leser! Doch trotz aller Quälerei, trotz hartnäckiger Suche nach dem richtigen Wort, die Kurse machen Spaß. Sogar mir. Weil ich merke, dass die Teilnehmer die Welt des journalistischen Handwerks mit Engagement und Begeisterung erkunden. Und sie sich bei den vielen praktischen Übungen erfolgreich zu eigen machen. 

25 Jahre ist das Medienbüro alt. 20 durfte ich als Dozent mitgestalten. Von Sprechkursen und Radiokursen über Volontärskurse und Interviewtrainings bis zu den einwöchigen Einführungen in das journalistische Schreiben. Fast alle Seminare haben eine schöne Erkenntnis gebracht: Wer erst mal die Zauberwirkung der journalistischen Regeln erlebt hat, findet Mittelerde-Blogs, Cover-Girls und Wetten-dass-Moderatoren nur noch langweilig. Der will auch nie wieder Texte schreiben, die irgendwie irgendwas  in die Welt hinausposaunen. Der will nur noch eins: verständliche Texte. Nein, leicht verständliche Texte! Unterhaltsame Texte! Fesselnde! Verlässliche! Nützliche! Und er will sich dafür quälen. Am Journalismus muss was dran sein. Irgendwas.

Detlef Kühn, freier Journalist, gehört seit 20 Jahren zum Dozenten-Team im Medienbüro Hamburg. Er vermittelt (Quer-)Einsteigern Grundkenntnisse im Kurs "Journalistisches Schreiben". 

Nie mehr langweilig

Dozentin Amelie Gräf verleiht ihren Texten Flügel

Es ist gar nicht lange her, da meldete sich eine Frau bei mir, der kein Satz mehr gelang. Die Schreibblockade hatte sie stählern im Griff. Ich fragte sie, welches Tier sie wäre, wenn sie schriebe. „Ein Löwe“, antwortete sie schnell und sicher. „Ich sitze auf einem Ast, schaue in die Pampa, mein Schwanz bewegt sich träge, ich warte auf die Antilope. Wenn ich sie sehe, ganz hinten in der Ferne, springe ich.“ Dann fragte ich sie, wie und wo sie denn im Büro sitze. „Meinem Kollegen genau gegenüber“, antwortete sie. „Ich schaue den ganzen Tag auf seinen Monitor und seine in Falten gelegte Stirn.“ „Sie müssen anders sitzen“,  riet ich ihr, sie brauche den Blick in die Pampa, sie sollte ausprobieren, beim Schreiben aus dem Fenster zu schauen. Hat sie gemacht. Sie konnte wieder schreiben.

„Kreativ schreiben“ heißt, so viele Ideen zu gebären wie nur möglich, ohne sie zu bewerten. „Kreativ schreiben“ heißt aber auch, sich mit Hilfe von Übungen für einen gedanklichen Weg zu  entscheiden.

Es kann so einfach sein. Manchmal muss man nur die Schreibbedingungen persönlicher gestalten.

Schreibblockaden lassen sich aber auch anders lösen. Nehmen wir zum Beispiel Lokaljournalist A. Montagmorgen betritt er die Redaktion. Das Wochenende kaspert noch in ihm herum. Sein Chef erinnert ihn an den Auftrag, ein kleines Porträt über den neuen Chef der Wasserwerke zu schreiben: „Will ich heute um drei auf dem Schreibtisch haben“. A. seufzt. Zieht seine Jacke aus. Geht zur Kaffeemaschine. Setzt sich mit dampfendem Becher an seinen PC. Checkt Emails. Beantwortet sie. Öffnet ein neues Dokument. Schaut in seine Notizen. Spärlich. Sein innerer Zensor ist unwirsch. Verwirft alle Angebote, die A. ihm macht: „Langweilig“. Da erinnert er sich, was Kollegin K. ihm erzählt hat. Sie war vor ein paar Wochenenden im Medienbüro gewesen und hatte dort geübt „kreativ“ zu schreiben. Schreckliches Wort, denkt Journalist A. Wie war das noch? Einfach losschreiben? Zehn Minuten lang? Mit der Hand? Journalist A. legt los. Er protokolliert alles, was ihm durch den Kopf geht. Wenn sich das Wochenende vordrängelt – okay, er lässt ihm Vorfahrt. Er hört nicht auf, schaut nicht zurück, zwingt sich nicht zu vollständigen Sätzen. Als das Schreiben dickflüssig wird, wählt er sich den Buchstaben „S“, der häufig vorkommt und schreibt ein Wort mit „S“. Hauptsache, es geht weiter, das automatische Schreiben. Groß-Kleinschreibung, Interpunktion – egal. Das Schreiben hat kein Ziel. Vergangenheit, Zukunft, persönliche Erinnerungen: alles ist erlaubt. Und jetzt? Er liest sich durch sein hastiges Gekrakel. Wundert sich. Und findet seinen Fokus für sein kleines Porträt über den neuen Chef der Wasserwerke: Helmut K. hat Angst vor Wasser. Na so was.

Den Fokus findet man manchmal beim automatischen Schreiben wie Lokaljournalist A., man findet ihn aber auch in Reduktionsübungen wie der „Minisaga“: eine Geschichte in genau fünfzig Worten. Oder, noch radikaler, mit der japanischen Gedichtform „Haiku“: drei Zeilen, siebzehn Silben: 5/7/5.

Automatisch schreiben, Minisaga, Haiku: Das sind die wichtigsten Workouts: Stretching und sich klein und dünn machen, um einen muskulösen, beweglichen, vitalen Schreibkörper zu finden und zu erhalten. Und das ist erst der Anfang.

Probiert es aus.

Amelie Gräf ist freie Journalistin und Schreibtrainerin. Im Medienbüro Hamburg gibt sie Kurse zum Kreativen Schreiben und zu Kurzgeschichte.

25
Jahre
Handliche Tipps für den großen Auftritt

Journalist ist ein toller Beruf

Jan David Sutthoff über seinen Weg in den Journalismus: Vom Praktikanten im Medienbüro zum Politik-Redakteur

Das Medienbüro war für mich der Start in einen wunderbaren Beruf. Schreiben, Radio machen, moderieren, fotografieren: Als Praktikant lernte ich alles. Und ganz ehrlich: Es war das beste Praktikum, das ich gemacht habe – und ich kann mir auch kein vielseitigeres vorstellen.

Danach habe ich in Bamberg studiert, nebenbei zumindest. Vor allem war ich damit beschäftigt, eine Studentenzeitung weiterzuentwickeln, die später zur besten in Deutschland gewählt wurde. Alles, was ich dabei und vorher im Medienbüro gelernt habe, hat mir geholfen, einen Platz an der Axel Springer Akademie in Berlin zu bekommen, einer der besten Journalistenschulen Deutschlands.

Und nun bin ich, seit gut einem Jahr, Politik-Redakteur bei der Huffington Post Deutschland. Einer in den USA gegründeten Online-Plattform, die versucht, viele Dinge anders zu machen als die "alten" Medienmarken. Die den Journalismus ein bisschen neu erfinden will. Näher am Leser, verständlicher, unterhaltsamer.

Vom Start im Medienbüro im März 2008 bis heute bereue ich keinen einzigen Schritt, den ich im Journalismus gegangen bin. Es ist ein toller Beruf. Obwohl gerade so viel hinterfragt wird und neu gedacht werden muss. Was ist eigentlich Qualitätsjournalismus? Das, was Journalisten als solchen bezeichnen? Oder das, was den Lesern gefällt? Und sind Online-Journalisten überhaupt richtige Journalisten?

Ja, das sind sie. Ein Journalist ist ein Journalist. Und eine gute Geschichte ist eine gute Geschichte. Ob sie in der Zeitung stehen wird oder im Internet. Nur dass online noch so viel mehr möglich ist. Man kann immer neue Erzählformen erfinden. Und man muss es auch, wenn man noch die Aufmerksamkeit der Menschen bekommen möchte. Ohne die ist unsere Arbeit nichts wert.

Die Ansprüche der Leser haben sich geändert. Sie nutzen Medien immer mehr per Smartphone. Sie suchen sich die Inhalte nicht mehr, sondern bekommen sie per Facebook. Was ihre Freunde gut finden und teilen, das sehen sie sich auch an.

Der Journalismus verändert sich so schnell. Und ich glaube, dass die größten Veränderungen uns sogar erst noch bevorstehen. Das ist eine riesige Herausforderung für jeden Journalisten. Aber auch eine riesige Chance.

Ich bin sicher: Wer bereit ist, sich auf die Achterbahnfahrt einzulassen, wer Lust auf Neues hat, der wird belohnt. Ich hoffe, das Medienbüro trauert nicht den alten Zeiten hinterher und bleibt wie so viele irgendwie auch darin stehen, sondern passt sein Programm immer wieder den neuen Gegebenheiten an.

Und ich bin ziemlich guter Dinge, dass es das tun wird.

Jan David Sutthoff ist Politik-Redakteur bei der Huffington Post Deutschland.

25
Jahre

Guter Kontakt, persönliche Beratung

Mirjam Büttner hat einen direkten Draht zu den Kursteilnehmern

Mehr als 500 Teilnehmer pro Jahr besuchen unsere Kurse im Medienbüro. Vieles läuft heute online, mit wenigen Klicks lässt sich ein Platz im Seminar buchen. Trotzdem ist bei uns niemand anonym. Persönliche Worte per E-Mail oder ein heiteres Gespräch am Telefon – ich stehe gerne in gutem Kontakt mit den Teilnehmern und beantworte ihre Fragen: Was lernt man in den einzelnen Kursen? Welche Veranstaltungen lassen sich gut kombinieren, welche bauen aufeinander auf? Und welche Vorkenntnisse sollte man haben?

Hin und wieder werde ich auch gefragt, warum unsere Kursgebühren so niedrig sind im Vergleich zu anderen Weiterbildungsanbietern. Und ich kann dann erklären: Die evangelische Kirche stattet das Medienbüro mit Personal, Räumen und Geld aus, weil sie verlagsunabhängige Weiterbildung im Journalismus fördern will. Dadurch bleiben die Kurse bezahlbar.

Für manche sind die Kursgebühren dennoch noch viel Geld. Dann haben sie vielleicht Anspruch auf einen staatlichen Zuschuss zur Weiterbildung. Auch dazu kann ich beraten und herausfinden, was dem einzelnen zusteht und was er erwarten kann. Und es freut mich ganz besonders, wenn es mir glückt, dass sich diese Teilnehmer mit Hilfe des Zuschusses im Journalismus weiterbilden können.

Mirjam Büttner arbeitet seit fast zehn Jahren im Medienbüro Hamburg. Sie kümmert sich um Kursmanagement, Organisation und Beratung.

Blick über den Tellerrand

Kursteilnehmer Andreas Bindzus erklärt, warum er sich als freier Journalist fortbildet

Als freier Journalist tanzt man häufig auf vielen Hochzeiten. Nicht nur in dem Sinne, dass man für verschiedene Auftraggeber gleichzeitig arbeitet, aber auch, weil man verschiedene Verbreitungsformen bedienen muss. Neben dem Beitrag für das Radio will die Redaktion dann oft noch Fotos und Texte für das Internet haben, wohlmöglich ein paar knackige Sätze für Twitter und am liebsten noch ein Video für Facebook. Das ganze dann natürlich „schnell, schnell“ und direkt von vor Ort. Da wird man als Journalist ganz schnell zum Ein-Personen-Medienunternehmen.

Für mich heißt das, mich mit Fortbildungen in so vielen Bereichen wie möglich zu qualifizieren. Das macht mich nicht nur flexibel einsetzbar, sondern hilft mir auch, mich selbst besser zu präsentieren. Da spielt die richtige Formulierung eines Angebots genau so eine wichtige Rolle, wie die Selbstdarstellung im Netz.

Als Musikjournalist, der in der klassischen Musik zu Hause ist, sehe ich es zudem als meine Aufgabe, neue Wege zu beschreiten, wenn es darum geht, Musik zu ermöglichen und verfügbar zu machen. Da sind dann neue Ideen gefragt, um eben auch jene anzusprechen, die mit der Klassik wenig oder gar keinen Kontakt haben. An dieser Stelle helfen mir Fortbildungen gleich doppelt. Ich erweitere mein Handwerkszeug und ich bekomme Kontakt zu Kollegen aus ganz anderen Bereichen. Oft ist es der Blick über den eigenen Tellerrand, der mich erfrischt und voller Tatendrang in den Alltag zurückkehren lässt.

Andreas Bindzus, freier Musikjournalist aus Köln, hat eine Reihe von Kursen im Medienbüro Hamburg besucht

25
Jahre

Perfekte Kombination aus Theorie und Praxis

Holger Rings beschreibt seine Eindrücke als Kursteilnehmer im Medienbüro Hamburg

An den Kursen des Medienbüros Hamburg schätze ich die perfekte Kombination aus theoretischem Rüstzeug und praktischer Anwendung. Die Seminarleiter sind ausgewiesene Experten auf ihrem Gebiet, berichten aus der Praxis großer Medienhäuser und geben ihr Wissen auf Augenhöhe an die Teilnehmer weiter.

Die kleinen Gruppen schaffen Nähe zum Seminarleiter und innerhalb der Gruppe und sorgen für eine vertrauensvolle Atmosphäre, in der das Erlernte ausprobiert und verbessert werden kann. Wer bereit ist, an sich zu arbeiten und nach Tipps aus der Praxis sucht, ist hier genau richtig: Meine zwei bisher besuchten Seminare waren sicher nicht die letzten!

Das Netz vergisst nichts

Verantwortlicher Journalismus

Kirchlich finanziert, unabhängig geführt

Rita Weinert hat das Medienbüro vor 25 Jahren gegründet und fast ebenso lange geleitet

Die Frau auf dem Foto ist Rita Weinert. Die 67jährige Theologin und Journalistin gründete die Fortbildungsstätte 1990 und leitete sie bis zu ihrer Pensionierung. Sie machte das Medienbüro Hamburg zu dem, was es heute ist: Eine feste Adresse, wenn es um die journalistische Aus- und Weiterbildung geht.

Der Anspruch dahinter: Journalisten und interessierte Menschen anderer Professionen zu einem „Verantwortlichen Journalismus“ anleiten. Zu Handwerk. Haltung. Unabhängigkeit. Zu dem Takt, in dem auch das Herz evangelischer Publizistik schlägt.

Nach bewegten Studienzeiten und einer journalistischen Ausbildung in Frankfurt am Main zieht Rita Weinert 1987 mit ihrer kleinen Tochter nach Hamburg und arbeitet als Redakteurin für den Evangelischen Rundfunkdienst. Dort entwickelt sie kirchliche Magazine für private Sender. Mit dem „Stadtparadies“ auf Radio 107 geht sie jeden Sonntag selbst auf Sendung. Sie hört den „Offenen Kanal“, das Bürgerradio in Hamburg, und bemerkt, dass manche Sendungen mehr Know-How gebrauchen könnten.

Kirchlich finanziert, unabhängig geführt

So entsteht die Idee, auch Laien journalistisches Handwerkszeug zu vermitteln – nach dem Vorbild der Christlichen Presse-Akademie, die damals in Frankfurt beim Gemeinschaftswerk der Evangelischen Publizistik ihren Sitz hat. Im Kirchenkreisverband Hamburg findet sie Unterstützer. 1990 gründet sie das Medienbüro. In den ersten Jahren kommen die Seminarteilnehmer zu ihr in die Wohnung. Dort hat Rita Weinert ein kleines Tonstudio einbauen lassen. 1994 zieht die Institution an ihren jetzigen Sitz in der Königstraße.

Die Kirche subventioniert die Seminare. Inhaltlich ist das Medienbüro unabhängig, das ist Rita Weinert wichtig. Der wache Geist, auch geprägt durch die Philosophen der „Frankfurter Schule“ weht noch heute durch das Programm. „Ich habe mich bei allem, was sich in der Medienwelt veränderte, gefragt: Was ist wichtig und was kann man vergessen?“, sagt Weinert.

Namhafte Dozenten

Sie gewinnt namhafte Dozenten, Redakteure von „Spiegel“ und NDR bis „Die Welt“. Sie entwickelt die Seminare mit ihnen. Die Profis unterrichten gerne in der Königstraße, auch weil die Arbeitsatmosphäre stimmt: „Unsere Teilnehmer sind sehr motiviert.“ Viele der Unterrichtenden bleiben über Jahre dem Medienbüro treu. Und die Teilnehmer kommen bald aus ganz Deutschland.

Wichtig sei ihr immer der Blick auf die Freien Journalisten gewesen. Womit können sie Geld verdienen?, fragt sie und bietet entsprechende Seminare an. So stehen heute nicht nur Kurse zu Social Media oder Videojournalismus auf dem Programm, sondern auch zur PR im Netz und zur beruflichen Weiterentwicklung.

Das erste Seminar über Blogs floppte

Dass sie einen guten Riecher für Themen hat, merkte Rita Weinert spätestens nach ihrem ersten Flopp. So war sie Ende der 90er mit einem Seminar über Online-Blogs gescheitert. „Keiner meldete sich an“, erinnert sie sich. Wenige Jahre später nahm sie den Kurs wieder ins Programm. Seitdem ist er meistens ausgebucht.

Manchmal wird sie gefragt, warum sich die Kirche das Medienbüro leiste. Weil unabhängiger Journalismus wichtig ist, auch für die Kirche, sagt sie dann. Genauso wie Menschen, die ihr Handwerk verstehen und für ihre Themen brennen. Auch umgekehrt funktioniert der Auftrag. Das hat sie erlebt, wenn sie Teilnehmer zu Seminarübungen in kirchliche Einrichtungen schickte: „Wir haben die Chance zu zeigen, wie offen und lebendig Kirche sein kann.“

Sabine Henning

Sabine Henning ist Autorin und Redakteurin. Sie schreibt für Frauenzeitschriften, Unternehmensmagazine und Onlinemedien.

25
Jahre

Unabhängig, kritisch, kompetent

Pastor Michael Stahl macht sich stark für die journalistische Weiterbildung im Medienbüro

Manchmal werde ich gefragt, warum sich die evangelische Kirche in Norddeutschland eigentlich für eine gute journalistische Aus- und Weiterbildung einsetzt.

Ich antworte gern mit einem Zitat des evangelischen Publizisten Robert Geisendörfer (1910 -1976): „Evangelische Publizistik kann Fürsprache üben, Barmherzigkeit vermitteln und Stimme leihen für die Sprachlosen.“ In der Nachfolge Jesu, der für die Armen und Rechtlosen seiner Zeit Partei ergriff, engagiert sich die Kirche für die Schwachen und Benachteiligten unserer Gesellschaft, weltweit. Dafür brauchen wir unabhängige, kritische Journalistinnen und Journalisten, die die Fakten recherchieren, die Situation kompetent bewerten, Unrecht aufdecken und gerechtere Alternativen aufzeigen. Ein aktuelles Beispiel ist das Flüchtlingsthema: Es sind die engagierten Medienberichte über das Schicksal von Flüchtlingen, ihre Flucht und unmenschliche Behandlung in den Flüchtlingslagern, die die Öffentlichkeit wachrütteln und den Druck auf die politisch Verantwortlichen erhöhen. Die Journalisten folgen mit ihren mutigen Reportagen dem biblischen Gebot der Nächsten- und Feindesliebe. Als Kirche bestärken uns solche Medienberichte im Einsatz für den Flüchtlingsschutz. Und deswegen bestärken umgekehrt wir Journalisten in ihrer Berichterstattung.

Ein weiteres Argument: Die Evangelische Kirche ist vom dem Gedanken der „Freiheit des Glaubens“ geprägt: Im Glauben gibt es keine Bevormundung des Menschen durch politische oder religiöse Autoritäten. Bildung und Toleranz statt Untertanenmentalität sind durch die Reformation vor 500 Jahren angesagt: Evangelische Freiheit ermächtigt einen Menschen, sich ein eigenes Bild von Gott und der Welt zu machen und Verantwortung zu übernehmen. In diesen Freiheitsgedanken ist auch die publizistische Freiheit einbezogen: Die evangelische Kirche wünscht sich keine Hofberichterstattung, sondern einen kritischen Journalismus, der die Wahrheit ans Licht holt und sich dabei an der Menschenwürde und dem Gebot der Nächstenliebe orientiert, nicht jedoch an Auflage-Höhen oder an den Wünschen von Anzeigenkunden.

Wer in evangelischer Freiheit, werte-orientiert, kritisch und unabhängig berichten will, braucht dazu Kompetenz, das nötige Handwerkszeug und den Austausch mit anderen. Dies bietet die Evangelische Kirche durch das Medienbüro Hamburg, seit 25 Jahren eine gute Adresse der evangelischen Publizistik.

Michael Stahl leitet das Amt für Öffentlichkeitsdienst in der Ev.-Luth. Kirche in Norddeutschland. In dieser Funktion ist er auch zuständig für das Medienbüro Hamburg.

Seminare 2016

Oktober

Kurs Datum Anmeldung
2667 Social Media, Grundkurs - ZUSATZTERMIN 07.10. - 08.10.16
Auf Warteliste setzen
2651 Videos schneiden 07.10. - 09.10.16
Auf Warteliste setzen
2652 Online-Journalismus, Wochenkurs 10.10. - 14.10.16
Kurs buchen
2653 Aufbruch - Mit Coaching zu neuen beruflichen Zielen 15.10. - 16.10.16
Kurs buchen
2654 Moderation von Veranstaltungen, Wochenkurs 17.10. - 21.10.16
Kurs buchen
2655 Synchronsprechen 22.10. - 23.10.16
Kurs buchen
2658 Reisejournalismus vor Ort - Mallorca 27.10. - 01.11.16
Auf Warteliste setzen
2656 Grundlagen der Pressearbeit 28.10. - 30.10.16
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November

Kurs Datum Anmeldung
2659 Hörspiel 04.11. - 06.11.16
Kurs buchen
2660 Medienrecht 05.11. - 06.11.16
Kurs buchen
2661 Selbstmarketing mit Social Media 12.11. - 13.11.16
Kurs buchen
2657 Wirtschaftsjournalismus 19.11. - 20.11.16
Kurs buchen
2662 Sprechen für Radio und Fernsehen, Grundkurs 19.11. - 20.11.16
Kurs buchen
2663 Reisejournalismus, Aufbaukurs 25.11. - 27.11.16
Kurs buchen
2664 Journalistisches Schreiben, Wochenkurs 28.11. - 02.12.16
Kurs buchen

Dezember

Kurs Datum Anmeldung
2665 Fotografie - Menschen in Szene setzen 02.12. - 04.12.16
Kurs buchen
2666 Sprechen für Radio und Fernsehen, Aufbaukurs 03.12. - 04.12.16
Kurs buchen
2668 Online-Journalismus, Wochenkurs - ZUSATZTERMIN 05.12. - 09.12.16
Kurs buchen

Journalismus lernen

In unseren Seminaren lernen Sie, wie Sie Inhalte recherchieren, Sie erfahren, warum Sie Gerüchten nicht immer trauen sollten. Und Sie lernen, wie Sie die passenden Worte finden für Radio, Fernsehen, Print- und Onlinemedien.

Egal ob Sie bloggen, twittern, auf die Pinnwand von Facebook schreiben, immer sind Sie verantwortlich für das, was Sie schreiben. Denn Ihr Beitrag kann Folgen haben, politisch, wirtschaftlich, menschlich.

Verantwortung übernehmen – so ein sperriges Wortpaar, so ein schwieriger Begriff. Und doch sollten Sie sich, wenn Sie Journalismus lernen wollen, immer wieder mit damit auseinandersetzen. Erst recht in Zeiten von Online-Journalismus und dem schnellen Verbreiten von News.

Unsere Dozenten, allesamt Leute aus der Praxis, sind engagiert und Ihnen zugewandt. Mit ihnen starten Sie in eine berufliche Zukunft, in der Sie für alle neuen Anforderungen gewappnet sind. Sie arbeiten in kleinen Gruppen, intensiv und praxisnah. Immer gewissenhaft.

Wir freuen uns auf Sie!

Hier können Sie das aktuelle Programm 2016 als PDF-Broschüre herunterladen: Medienbüro Hamburg Programm 2016

Bleiben Sie dran!

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Jahre